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Fällt die Leerwohnungsquote 2026 unter die Ein-Prozent-Marke?

Die Schweizer Leerwohnungsquote lag 2025 genau bei 1,00 Prozent – so tief wie seit Jahren nicht mehr.

Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert am: Lesezeit: ca. 8 Minuten

Kurz erklärt

Ob die Schweizer Leerwohnungsquote 2026 unter 1 Prozent fällt, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt. Die Ausgangslage ist jedoch angespannt: 2025 lag die Quote bereits bei 1,00 Prozent. Ein weiterer leichter Rückgang würde ausreichen, um die Marke zu unterschreiten. Entscheidend sind Neubau, Nachfrage, Zuwanderung, regionale Leerstände und die Zahl tatsächlich verfügbarer Mietwohnungen.

Was ist die Leerwohnungsquote?

Die Leerwohnungsquote, auch Leerwohnungsziffer genannt, zeigt den Anteil leer stehender Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand. Erfasst werden Wohnungen, die am Stichtag leer stehen und zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten werden.

In der Schweiz ist der Stichtag der Leerwohnungszählung jeweils der 1. Juni. Die Kennzahl ist wichtig, weil sie anzeigt, wie angespannt oder entspannt ein Wohnungsmarkt ist. Eine tiefe Quote bedeutet nicht automatisch, dass jede Region gleich knapp ist, zeigt aber einen deutlichen Nachfrageüberhang im Gesamtmarkt.

Aktuelle Datenlage: 2025 lag die Quote bei genau 1,00 Prozent

Die offiziell publizierte Leerwohnungsquote lag 2025 schweizweit bei 1,00 Prozent. Damit befand sich der Wohnungsleerstand bereits unmittelbar an der Ein-Prozent-Marke. Gleichzeitig sank die Zahl leer stehender Wohnungen erneut, was den angespannten Charakter des Mietmarkts unterstreicht.

Hinweis: Die offizielle Leerwohnungsquote 2026 wird erst nach der Leerwohnungszählung per 1. Juni und der anschliessenden Publikation durch das Bundesamt für Statistik definitiv sichtbar. Aussagen für 2026 sind deshalb eine Markteinordnung, keine amtlich bestätigte Zahl.

Warum die Leerwohnungsquote 2026 unter 1 Prozent fallen könnte

Hohe Nachfrage

Bevölkerungswachstum, Haushaltsbildung und Zuzug in wirtschaftsstarke Regionen halten die Nachfrage nach Mietwohnungen hoch.

Zu wenig Neubau

Wohnbauprojekte benötigen Zeit. Bauland, Bewilligungen, Baukosten und Einsprachen bremsen das Angebot vielerorts.

Regionale Knappheit

In Städten, Agglomerationen und gut angebundenen Gemeinden ist der Leerstand oft deutlich tiefer als im Landesdurchschnitt.

Ein Wert unter 1 Prozent wäre vor allem dann wahrscheinlich, wenn die Nachfrage weiterhin schneller wächst als das verfügbare Angebot. Zwar gibt es Anzeichen für etwas mehr Wohnbautätigkeit, doch neue Wohnungen entlasten den Markt meist erst verzögert und nicht zwingend dort, wo der Druck am grössten ist.

Was spricht für oder gegen einen Rückgang unter 1 Prozent?

FaktorSpricht für unter 1%Spricht gegen unter 1%
Ausgangsniveau2025 lag die Quote bereits bei 1,00 Prozent – ein kleiner Rückgang würde genügenBei genau 1,00 Prozent kann schon ein kleiner Angebotszuwachs die Quote stabilisieren
NachfrageHohe Wohnraumnachfrage in Städten und Agglomerationen stützt den RückgangEine schwächere Zuwanderung oder Konjunktur könnte den Druck etwas reduzieren
NeubauNeue Wohnungen kommen oft verzögert und nicht immer in den knappsten RegionenMehr Fertigstellungen könnten den Leerstand leicht erhöhen oder stabilisieren
RegionenViele wirtschaftsstarke Regionen liegen bereits klar unter 1 ProzentEinige ländliche Regionen oder touristische Märkte können höhere Leerstände aufweisen
MietmarktSteigende Angebotsmieten zeigen anhaltenden NachfrageüberhangWenn Mietpreisanstiege nachlassen, kann sich die Nachfrage etwas abschwächen

Schritt-für-Schritt: So ordnen Sie die Leerwohnungsquote richtig ein

  1. Zwischen nationaler Quote und regionaler Situation unterscheiden.
  2. Auf den Stichtag achten: Die Leerwohnungszählung bezieht sich auf den 1. Juni.
  3. Nicht nur die Quote betrachten, sondern auch Anzahl Leerwohnungen und regionale Verteilung.
  4. Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser nicht vorschnell vermischen.
  5. Angebotsmieten und Insertionsdauer als zusätzliche Marktsignale beobachten.
  6. Neubautätigkeit und Fertigstellungen zeitlich verzögert einordnen.
  7. Für Wohnungssuchende Suchradius, Bewerbungsunterlagen und Reaktionsgeschwindigkeit optimieren.
  8. Für Vermieter und Investoren die lokale Nachfrage statt nur den Schweizer Durchschnitt analysieren.

Prüffragen: Was bedeutet eine tiefe Leerwohnungsquote konkret?

Die folgenden Fragen helfen, eine mögliche Quote unter 1 Prozent für Mieter, Vermieter und Investoren einzuordnen.

Prüffragen zur Leerwohnungsquote 2026

1. Wie hoch ist die Leerwohnungsquote in der konkreten Gemeinde?
2. Wie viele passende Mietwohnungen sind tatsächlich ausgeschrieben?
3. Wie schnell verschwinden Inserate wieder vom Markt?
4. Steigen Angebotsmieten in der Region weiter?
5. Gibt es neue Bauprojekte, die 2026 oder 2027 fertiggestellt werden?
6. Ist die Nachfrage durch Arbeitsplätze, ÖV, Schulen oder Zuzug besonders hoch?
7. Wie stark unterscheidet sich die lokale Lage vom Schweizer Durchschnitt?
8. Was bedeutet die Knappheit für Bewerbungsstrategie, Budget und Suchradius?

Konkrete Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Wohnungssuche in einer Stadt

Eine Person sucht eine 3-Zimmer-Wohnung in einer grossen Schweizer Stadt. Obwohl die nationale Leerwohnungsquote bei rund 1 Prozent liegt, ist die lokale Auswahl deutlich knapper. Vollständige Unterlagen, Suchabos und schnelle Kontaktaufnahme werden entscheidend.

Beispiel 2: Vermieter in einer Agglomeration

Ein Vermieter besitzt eine Wohnung in einer gut angebundenen Agglomerationsgemeinde. Die tiefe Leerwohnungsquote zeigt hohe Nachfrage, doch die richtige Mietzinsfestlegung bleibt wichtig: Überhöhte Preise können trotz Knappheit die Vermarktungsdauer verlängern.

Checkliste: Bei tiefer Leerwohnungsquote richtig reagieren

Häufige Fragen zur Leerwohnungsquote 2026

Die Leerwohnungsquote zeigt den Anteil leer stehender und auf dem Markt angebotener Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand. Sie wird in der Schweiz jährlich per 1. Juni erhoben.

Offiziell lässt sich das erst mit den publizierten BFS-Zahlen sagen. Da die Quote 2025 bereits bei 1,00 Prozent lag, ist ein Wert knapp darunter 2026 möglich, aber nicht garantiert.

Eine Quote unter 1 Prozent deutet auf einen sehr angespannten Wohnungsmarkt hin. Für Wohnungssuchende bedeutet das meist weniger Auswahl, mehr Konkurrenz und oft steigende Angebotsmieten.

Wichtige Gründe sind hohe Nachfrage, begrenzte Neubautätigkeit, knapper Boden, lange Planungsverfahren, Bevölkerungswachstum und regionale Konzentration der Wohnungssuche.

Nein. Städte, Agglomerationen, touristische Regionen und wirtschaftsstarke Standorte können deutlich tiefere Leerstände haben als ländliche oder weniger nachgefragte Regionen.

Mieterinnen und Mieter sollten sich auf mehr Wettbewerb, schnellere Bewerbungsprozesse und weniger Verhandlungsspielraum einstellen. Vollständige Unterlagen und Suchabos werden wichtiger.

Nicht automatisch, aber eine tiefe Quote erhöht den Druck auf Angebotsmieten. Bestandsmieten hängen zusätzlich von Mietrecht, Referenzzinssatz, Kostenentwicklung und konkretem Vertrag ab.

Städte haben oft hohe Arbeitsplatzdichte, gute Infrastruktur, starke Nachfrage und begrenztes Bauland. Dadurch können Leerstände deutlich tiefer ausfallen als im Landesdurchschnitt.

Meist nur verzögert. Neue Wohnungen müssen geplant, bewilligt, gebaut und vermarktet werden. Zudem entstehen sie nicht immer dort, wo die Nachfrage am stärksten ist.

Eine tiefe Leerwohnungsquote kann die Vermietbarkeit verbessern. Trotzdem bleiben marktgerechte Mietzinse, guter Zustand, transparente Nebenkosten und professionelle Vermarktung wichtig.

Besonders knapp sind oft gut gelegene, bezahlbare Familienwohnungen, kleinere Wohnungen in Städten sowie Wohnungen mit guter ÖV-Anbindung und moderaten Nebenkosten.

Wohnungssuchende sollten Suchabos nutzen, Unterlagen vorbereiten, schnell reagieren, Alternativgemeinden prüfen und das Budget realistisch inklusive Nebenkosten berechnen.

Zusammenfassung

Die Leerwohnungsquote könnte 2026 tatsächlich unter die Ein-Prozent-Marke fallen, weil sie 2025 bereits genau bei 1,00 Prozent lag und der Schweizer Mietmarkt weiterhin angespannt ist. Sicher ist dies jedoch erst mit den offiziellen Zahlen. Für Wohnungssuchende bedeutet die Entwicklung: schnell reagieren, Unterlagen vorbereiten und regional flexibel bleiben. Für Vermieter und Investoren wird die lokale Marktlage wichtiger als der nationale Durchschnitt.

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